Beschallungsanlage im Zeiss-Planetarium in Jena

„Im Dezember 2011 konnten wir nach dem Einbau der Technik einen neuen Besucherrekord verzeichnen.“

Jürgen Hellwig, Geschäftsführer Sternevent GmbH

Sounderlebnis im Zeiss-Planetarium in Jena

Das Zeiss-Planetarium Jena besteht seit 1926 und gilt als dienstältestes Großplanetarium der Welt. Seit einigen Jahren wird es sukzessive renoviert und restauriert. Während der letzten großen Umbauphase im Herbst 2011 wurde mit hohem Aufwand in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT ein außergewöhnliches Klangerlebnis in das Kuppelkino des Planetariums verbaut.

Das Kuppelkino

Der Durchmesser des Kuppelkinos beläuft sich auf 23 Meter bei einer Höhe von 14,5 Meter. Dies ergibt eine Leinwandfläche von rund 800 Quadratmeter und macht das Planetarium damit zu einem der größten Deutschlands. Bereits im Jahre 2006 wurden die ausgedienten Diaprojektoren durch eine Fulldome-Videoprojektion ersetzt, die nach dem Umbau im Herbst 2011 aus acht digital angesteuerten DLP-Videoprojektoren („powerdome VELVET“-System von Carl Zeiss) besteht. Um das Erlebnis perfekt zu machen, entschieden sich die Betreiber des Planetariums dafür, es nicht bei einem hervorragenden visuellen Erlebnis zu belassen.

3D-Sound

Das 3D-Sound-System „SpatialSound Wave“ basiert auf der Wellenfeldsynthese und wurde vom Fraunhofer IDMT entwickelt. In Jena wurde ein solches System auf die Bedürfnisse des Planetariums angepasst und verbaut. Die zugespielten Audioquellen werden von leistungsstarken PCs in Echtzeit mit Hilfe von speziellen Algorithmen in Klangobjekte gewandelt und anschließend von digital nach analog umgewandelt. Die bis zu 64 analogen Signale werden dann über insgesamt 16 QSC CX254 Vierkanal-Endstufen an 60 Zweiwege-Lautsprechern des Typs AD-S82H, ebenfalls von QSC, übermittelt. Vier Subwoofer runden das Klangbild im unteren Frequenzbereich ab. Die 60 Lautsprecher sind teilweise in der Galerie (46 Stück), teilweise hinter der Lochblechkuppel (14 Stück) angebracht. Da das Kuppelkino nicht konzentrisch aufgebaut, sondern die Bestuhlung mehrheitlich in eine Vorzugsrichtung ausgerichtet ist, wurde dies bei der Beschallungsanlage entsprechend berücksichtigt. Die Lautsprecher wurden im vorderen Bereich näher beieinander platziert als im hinteren, da das menschliche Gehör die Position einer Schallquelle von vorne exakter lokalisieren kann.

Warum…

…benötigt ein Planetarium, in dem doch hauptsächlich visuelle Eindrücke ausschlaggebend sind, eine so aufwendig gestaltete Beschallungsanlage?

Eine berechtigte Frage, die sich allerdings niemand mehr stellt, der einmal in dem Genuss kam, eine der vielzähligen Vorführungen des Planetariums zu sehen und zu hören. Bild und Ton wurden hier optimal aufeinander abgestimmt, was zu einem atemberaubenden Erlebnis mit brillanter Ortungsschärfe der visuellen Geschehnisse führt. So sind Sternenexplosionen in den weiten Galaxien akustisch auch dort wahrzunehmen, wo sie auf der Leinwand zu sehen sind. Dass im Weltraum mangels Luft streng genommen keine Geräusche wahrzunehmen sind, spielt bei diesem beeindruckenden Planetariums-Erlebnis keine Rolle.

Auf einen Blick

  • Zeiss Planetarium in Jena
  • 60 AD-S Zweiweglautsprecher
  • 16 CX254 Vierkanal-Endstufen
  • 3D-Sound "SpatialSound Wave" vom Fraunhofer-Institut für digitale Medientechnik

Verwendete Produkte

Endstufen:
QSC:
CX-Serie Verstärker
Lautsprecher:
QSC:
Acoustic Design S-Serie

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